Interview mit dem Mainzer Historiker Rödder: Die Methode Merkel funktioniert nicht mehr

Andreas Rödder analysiert schonungslos die Niederlage der Union. Die Methode Merkel, den linken Parteien das Wasser abzugraben, habe zur inhaltlichen Entkernung geführt. Originalität und Ambition sind in der CDU von heute Mangelware, sagt das Mainzer CDU-Mitglied.

Der Historiker Andreas Rödder ist seit 2005 Professor für Neueste Geschichte an der Universität in Mainz, außerdem ist er CDU-Mitglied, Regierungsberater für die große Koalition und der 54-Jährige war 2011 und 2016 im Schattenkabinett der früheren rheinland-pfälzischen CDU-Spitzenkandidatin Julia Klöckner für Wissenschaft und Bildung nominiert.

In der Union hat sein Wort Gewicht.

Wir haben Andreas Rödder zu der historischen Niederlage der Union bei der Bundestagswahl befragt:

Hat eine Jamaika-Koalition noch eine Chance?

Rödder Die Ampel ist im Moment in der Vorhand, aber man weiß nie, was im Laufe von Verhandlungen passiert - wer hatte vor vier Jahren ernsthaft mit dem Platzen der Jamaika-Verhandlungen und einer neuen GroKo gerechnet? Immer offen für das Unerwartete zu bleiben, das ist meine persönliche Lehre sowohl als Historiker als auch aus der Beobachtung des Politikbetriebs. Insofern bleibt Jamaika eine Option, bis eine andere Regierung gebildet ist. Eine Alternative zu haben, ist übrigens immer gut für Verhandlungen - also sollte sich die Option Jamaika positiv auf Verhandlungen über die Ampel auswirken, mindestens dafür ist sie wichtig.

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