Aderlass bei dem Prüfungsunternehmen : Wirecard: 80 EY-Berater wechseln zur Konkurrenz

Der Wirecard-Skandal hat weitreichende Folgen. Die Beratungsfirma EY verliert 80 Forensik-Experten, darunter den Leiter der Abteilung Stefan Heissner. Das Team geht geschlossen zum direkten Mitbewerber PwC. Mehr als 100 Forensik-Mitarbeiter sind seit der Wirecard-Insolvenz gegangen.

Sein Lehrbuch heißt "Erfolgsfaktor Integrität - Wirtschaftskriminalität und Korruption erkennen, aufklären, verhindern".

Der ehemalige Kriminalbeamte Stefan Heissner ist bundesweit als Experte für Bilanzfälschung, Unterschlagung, Bestechung und andere Formen von Korruption bekannt. Er ermittelte unter anderem bei den Skandalen von Siemens, Deutsche Bank, Ferrostaal.

Doch im eigenen Laden ist seine Expertise nun offenbar nicht mehr gefragt.

Dr. Stefan Heissner © TP

Der Chef der Forensik-Einheit der Unternehmensberatung Ernst & Young, besser bekannt als EY, zieht die Reißleine nach dem Desaster um den Wirecard-Skandal und wechselt zum Konkurrenten PricewaterhouseCoopers.

Aber nicht nur das: Heissner nimmt unseren Informationen zufolge angeblich 80 Mitarbeiter aus seinem bisherigen Team mit, dazu gehören fünf Partner.

Seit dem 1. Oktober arbeiten bereits 50 ehemalige EY-Experten bei PwC.

Insgesamt haben seit etwa einem Jahr dann mehr als 100 Forensik-Experten das Unternehmen EY verlassen, die Hälfte der gesamten Abteilung in Deutschland.

Ein beispielloser personeller Aderlass bei einem big four, einem der vier großen deutschen Prüfungsunternehmen.

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