Rüstung

Bundeswehr: Beschaffungsamt bekommt externen Beraterkreis

Milliardengelder und trotzdem hapert es mit der Rüstungsoffensive. Verteidigungsminister Boris Pistorius will das Beschaffungsamt der Bundeswehr reformieren. Dafür werden jetzt externe Berater engagiert.
Claudia Scholz
Heute
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Das Bundesamt für Ausrüstung, Informationstechnik und Nutzung der Bundeswehr (BAAINbw) soll mithilfe eines externen Beraterkreises reorganisiert werden. Das erfuhr The Pioneer anhand von Informationen aus dem internen Bundeswehr-Portal.

Drei Fachleute sollen dem BAAINBw als „Sparringspartner“ dienen und dabei helfen, „auch außerhalb der bekannten Bahnen zu denken“. Die Expertengruppe soll mehrere Wochen lang „intensive Gespräche mit einer Vielzahl von Verantwortlichen innerhalb des Amtes führen“.

Die Berater sind ein Teil der neuen Anstrengungen des Verteidigungsministeriums, die Beschaffungsbehörde zu reformieren. Dadurch sollen Rüstungsprojekte schneller vorangehen.

Die Expertengruppe besteht aus:

  • Christine van den Berg, Bereichsleiterin bei Rittal Logistik, wirkte zuvor in leitender Funktion bei der Reorganisation der Bundesagentur für Arbeit mit und soll ihre Erfahrung im Veränderungsmanagement beisteuern.

  • Michael Eßig, Professor für Beschaffung und Supply Management an der Universität der Bundeswehr München, kennt sich mit Strukturen der Rüstungsbeschaffung aus.

  • Detlef Kayser soll als ehemaliges Mitglied des Vorstands der Lufthansa die Perspektive der Industrie einbringen.

Ex-Lufthansa-Vorstand Detlef Kayser im Jahr 2019. © Imago

BAAINBw-Präsidentin Annette Lehnigk-Emden wird mit den Worten zitiert: „Neben den internen Überlegungen zu Prozessen erachten wir es als hilfreich, auch eine externe Perspektive beratend hinzuzufügen.“

Verteidigungsminister Boris Pistorius hat ein Strukturkonzept zur Reorganisation des BAAINBw bei Staatssekretär Jens Plötner beauftragt. Dieses soll bis Ostern fertig sein.

In der bisherigen Amtszeit von Pistorius blieben die Strukturen des Bundeswehr-Beschaffungsamts nahezu unangetastet. Lediglich den Behördenchef tauschte Pistorius aus.

Das Beschaffungsamt der Bundeswehr in Koblenz. © Imago

Erst bei der vergangenen Bundeswehrtagung Ende letzten Jahres überraschte Pistorius die Führung mit der Ankündigung, auch das Beschaffungsamt reformieren zu wollen.

Die Behörde ist strukturell überfordert. Die Zahl der Rüstungsprojekte, die aus dem Sondervermögen angestoßen wurden, übersteigt die Kapazitäten bei Weitem.

Wie das Beschaffungsamt bei aktuellen Rüstungsvorhaben versagt, lesen Sie hier.

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Veröffentlicht von Claudia Scholz.

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