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BYD tritt auf die Bremse

BYD startet mit harten Zahlen ins Jahr: Der Absatz fällt im Januar um 30 Prozent, die Produktion wird fast im Gleichschritt gedrosselt. Während der chinesische Heimatmarkt im Preiskampf feststeckt, verlagert BYD den Fokus auf Exporte und regionale Produktion.
Daniel Thomas Bayer
30.01.2026

Der chinesische Markt kippt: Der E-Auto-Hersteller BYD legte zum Jahresauftakt die aktuellen Verkaufszahlen offen und gibt damit Aufschluss über den Zustand des chinesischen Marktes:

  • 210.051 verkaufte Fahrzeuge im Januar, ein Minus von 30,1 Prozent gegenüber dem Vorjahr,

  • parallel dazu eine Produktionskürzung um 29,1 Prozent.

Es ist der fünfte Absatzrückgang in Folge und damit kein Saisoneffekt, sondern ein strukturelles Signal. Chinas E-Auto-Markt wächst zwar weiter, aber nur noch mit rund zwölf Prozent im Jahr 2025, nachdem die Zuwächse 2023 noch bei über 30 Prozent lagen.

Ein Arbeiter prüft die Qualität eines Autos im Werk von BYD in der zentralchinesischen Provinz Henan.  © dpa

Gleichzeitig ist die Angebotsseite aus dem Ruder gelaufen: Die installierte Produktionskapazität der chinesischen Hersteller liegt bei über 20 Millionen E-Fahrzeugen, während der Inlandsabsatz 2025 bei knapp neun Millionen lag – eine Auslastung von unter 50 Prozent. Der Preiskampf ist die logische Folge. Im Volumensegment wurden die Listenpreise innerhalb von zwölf Monaten um bis zu 20 Prozent gesenkt.

BYD verschiebt den Schwerpunkt: Das Unternehmen setzt damit sichtbar auf den Export. Insgesamt wurden im Januar 100.482 Fahrzeuge außerhalb Chinas verkauft, das entspricht rund 48 Prozent des Gesamtabsatzes von 210.051 Einheiten. Für das Gesamtjahr plant BYD 1,3 Millionen Exportfahrzeuge – deutlich weniger als die zuvor kommunizierten bis zu 1,6 Millionen.

Eine Infografik mit dem Titel: Schwache E-Auto-Nachfrage nimmt kein Ende

Entwicklung der BYD-Aktie in den vergangenen 12 Monaten, in Hongkong Dollar

Der neue Fokus von BYD zeigt sich in den Zahlen: Umgerechnet – auf Basis des neuen Ziels – ergibt das ein notwendiges Monatstempo von rund 108.000 Fahrzeugen, also kaum mehr als das Januar-Niveau. Der Fokus liegt damit nicht auf Beschleunigung, sondern auf Struktur: Das neue Werk in Ungarn verkürzt Lieferzeiten nach Europa um mehrere Wochen, reduziert Transportkosten pro Fahrzeug signifikant und dient als Absicherung gegen mögliche EU-Zölle.

Während Tesla weiter auf globale Skaleneffekte aus wenigen Megafabriken setzt, regionalisiert BYD seine Wertschöpfung bewusst. Der Januar markiert damit keine Absatzkrise, sondern einen Strategiewechsel: Der chinesische Heimatmarkt trägt das Wachstum nicht mehr – das Ausland muss künftig auch rechnerisch funktionieren.

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Veröffentlicht von Claudia Scholz.

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