Ihm haben wir „Die unendliche Geschichte“, „Jim Knopf“ und „Momo“ zu verdanken: Der Schriftsteller Michael Ende ist heute vor 30 Jahren verstorben. Zwar wird sein Werk der Kinder- und Jugendliteratur zugerechnet, doch befasste er sich mit Themen, die auch oder sogar vor allem Erwachsene beschäftigen.
Die Geißel der Effizienzgesellschaft hat er in den „grauen Männern“ personifiziert: Die Agenten der „Zeitsparkasse“ tragen graue Anzüge, rauchen graue Zigarren und vertreiben ein besonderes Geschäftsmodell: Bei ihnen, so der Vorwand, können die Menschen ihre gesparte Zeit aufbewahren und verzinsen.
Filmplakat Momo (1986) © Iduna Film/Cinecittà/Rialto FilmVor lauter Zeitsparen vergessen die Menschen, im Hier und Jetzt zu leben. Bis Momo, das Waisenmädchen, ihnen die Augen öffnet.
So heißt es in dem Buch:
Es gibt ein großes und doch ganz alltägliches Geheimnis. Alle Menschen haben daran teil, jeder kennt es, aber die wenigsten denken je darüber nach. Die meisten Leute nehmen es einfach so hin und wundern sich kein bisschen darüber. Dieses Geheimnis ist die Zeit.