Bundeswehr : Das Boots-Problem der deutschen Navy SEALs

 © The Pioneer

Sie sind gedacht für besonders heikle Operationen. Bezahlt werden sollen die neuen Boote für Deutschlands Kampfschwimmer aus dem Bundeswehr-Sondervermögen. Der Millionen-Deal wird damit zum Testfall für das künftige Beschaffungswesen der Truppe – und Fragezeichen gibt es um das geplante Geschäft. 

Wenn es um Deutschlands Kampfschwimmer geht, wird die Bundeswehr gerne dramatisch.

Dann werden Szenen in Werbevideos eingespielt, in denen langsam aus dem Wasser watende Soldaten in voller Montur gezeigt werden. Wie sie auftauchen, mit Helm und Brille, starrem Blick auf die Küste, das Gewehr trotz der Fluten immer im Anschlag. Elitekämpfer, die nur zu wirklich heiklen Missionen gerufen werden. Es sind die Spezialkräfte der Marine, Taucher, Fallschirmspringer, Speedbootpiloten, Sprengstoffexperten oder Einzelkämpfer.

Zu ihren Fähigkeiten gehören laut Anforderungsprofil: das Gewinnen von Schlüsselinformationen in Krisen- und Konfliktgebieten, Geiselbefreiungen, Wiederinbesitznahme von Schiffen, das Festsetzen von Zielpersonen im Ausland oder die offensive Abwehr terroristischer Bedrohungen – dafür operiert der Verband immer wieder auch verdeckt.

Und weil die Anforderungen für die Frauen und Männer vom Kommando Spezialkräfte der Marine (KSM) eben so enorm sind, brauchen sie auch spezielles Material. Wie besondere Fallschirme, Unterwasserscooter, Tauchgeräte und Aufenterstangen.

Oder Boote für Spezialoperationen – doch ausgerechnet hier passt die Realität bei den Kampfschwimmern der Marine nicht zur aktuellen Lage.

Imago © Einsatzboot der Kampfschwimmer vom Typ RHIB H1010 a auf der OstseeDenn sie brauchen dringend neue Boote: Bislang wurde der Typ RHIB (Rigid-Hulled Inflatable Boat) genutzt, ein Festrumpfschlauchboot, das hochseetauglich ist und mit schweren Waffen ausgestattet werden kann. Jedoch sind diese Boote längst veraltet und müssen nach mehr als 20 Jahren im Einsatz ausgetauscht werden.

Ersatz für die deutschen Navy SEALs hätte eigentlich längst da sein sollen.

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