Hendrik Wüst : Der Mann nach Merz

 © The Pioneer

Ein gutes Jahr ist Hendrik Wüst Ministerpräsident von Nordrhein-Westfalen, im Mai gewann er deutlich die Landtagswahl. Der Westfale baut seine Macht in der CDU geschickt aus. Schon jetzt ist er die 1B in der Partei. Was vor allem eine Frage aufwirft: Was will Wüst?

„In zwei, drei Minuten geht es los“, flüstert Antonia Haufler, die Bundesgeschäftsführerin der Jungen Union.

Hendrik Wüst ist beim Deutschlandtag, zu dem der Partei-Nachwuchs nach Fulda eingeladen hat, der Star des Abends. Er wird Hände schütteln, er wird mit fetten Bässen empfangen werden, während die Diskofunk-Hymne „Rise“ aus den Boxen dröhnt.

Ein Song, wie gemacht für den Wüst.

Vorher am Eingang hatte der NRW-Ministerpräsident noch eben an Helmut Kohl gedacht. Als junger Landtagsabgeordneter traf er den Kanzler der Einheit im Wahlkampf in Gelsenkirchen. 2005 war das.

„Bub, Du musst mehr essen“, habe Kohl ihm geraten, erinnert sich Wüst. „Wenn Du Zuversicht verbreiten willst, musst Du mehr essen.“

Wüst ist immer noch gertenschlank.

Natürlich weiß er, dass zum Erfolg in der Politik weit mehr gehört als gutes Essen und Zuversicht. Aber er hat frühzeitig Maß genommen an Kohl. Und er hat auch Angela Merkel gut beobachtet: Was sie richtig und was sie falsch gemacht im Kanzleramt.

„Wir waren nie Programmpartei, wir waren immer Praktiker, nie Theoretiker“, ruft er den JU-Delegierten in Fulda zu.

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