Infrastruktur

Deutsche Bahn: Mehr Polizeieinsätze im Gleis

„Personen im Gleis“ – diese Begründung wird an Bahnsteigen derzeit häufiger bei Verspätungen angeführt. Dabei ist und bleibt es gefährlich die Trassen zu betreten. Die Bahn will weiter dagegen vorgehen.
Claudia Scholz
14.01.2026
© DPA
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Die Zahl der Betriebsstörungen durch „Personen im Gleis“ nimmt bei der Deutschen Bahn weiter zu. Nach Zahlen, die The Pioneer vorliegen, registrierte der Konzern im Jahr 2024 insgesamt 7.265 solcher Fälle – ein deutlicher Anstieg gegenüber 2023 (6.852) und erneut über dem Niveau von 2022 (7.216).

Von Januar bis Ende Mai wurden 3.164 externe Vorfälle gezählt, leicht mehr als im Vergleichszeitraum des Vorjahres.

Die Ursachen: Eine DB-Sprecherin verweist auf sinkendes Gefahrenbewusstsein, eine geringere Hemmschwelle für Regelverstöße und auf die zunehmende Bereitschaft, gefährlichen Trends zu folgen – etwa Selfies im Gleisbereich, insbesondere bei jüngeren Menschen.

Die Überwachung: Die DB hat ein Streckennetz von rund 34.000 Kilometern – eine „flächendeckende und lückenlose Überwachung“ sei nicht umsetzbar, heißt es seitens des Konzerns. Insgesamt sind 4.500 Sicherheitskräfte der DB mit rund 6.000 Beamten der Bundespolizei im Einsatz. Bis Ende 2025 stellte die Bahn 280 weitere Mitarbeiter bei DB Sicherheit ein.

Neue Technologie soll helfen: An Strecken und Abstellanlagen kommen laut Bahn Wärmebildkameras und Geräuschsensoren zum Einsatz. Zudem überfliegt die Bahn ihre Anlagen mit Drohnen. Künftig sollen diese bei einem Alarm der Sensorik automatisiert starten und in Echtzeit Bilder liefern – um zu beurteilen, ob es sich um Metalldiebe, spielende Kinder oder andere Gefahrenlagen handelt.

Buntmetall- und Kabeldiebstahl: Die DB war 2024 in rund 530 Fällen von Metalldiebstahl betroffen – ein Anstieg gegenüber dem Vorjahr. Im langjährigen Vergleich sind die Fallzahlen dagegen um mehr als 85 Prozent stark zurückgegangen. Zum Vergleich: 2013 waren es noch 3.200 Fälle.

Der überwiegende Teil der Diebstähle werde von professionellen Gruppen verübt, heißt es auf Anfrage. „Sie bringen das erbeutete Metall oft schnell ins Ausland, um es dort zu verkaufen. Die Profis unter den Dieben rücken zum Teil sogar mit Lastwagen und Kran an, um sich an den Bahnanlagen zu schaffen zu machen.“

Gemeinsam mit dem Verband Deutscher Metallhändler hat die DB eine spezielle Zertifizierung initiiert. „Mit ihr lassen sich gestohlene, bahntypische Teile besser erkennen und bei Ankauf zuverlässiger prüfen“, teilte die Bahn mit.

Was Verfassungsschützer zu den zunehmenden Vorfällen im Gleis sagen und wie sich Unternehmen vor Sabotage schützen können, lesen Sie hier:

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Stromausfälle, Sabotage, Drohnenflüge: Die Schwachstellen der deutschen Infrastruktur.

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Veröffentlicht von Claudia ScholzJonathan Packroff.

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