Die drohende Gas-Triage

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Am 22. Juli könnte es zum Gas-Schock in Deutschland kommen. Bliebe Nord Stream 1 nach der Wartung aus, wären ganze Branchen durch Preisexplosionen in Existenznöten. Minister Habeck entschärft nun ein Gesetz.

Lubmin am 22. Juli 2022. Nach 11 Tagen Wartung müsste eigentlich wieder Gas aus der Nord-Stream-I-Pipeline kommen, die in Russland beginnt und hier an der deutschen Ostseeküste endet. Knapp 60 Milliarden Kubikmeter Gas rauschen hier in guten Jahren durch die beiden Röhren. Und jetzt? Wenn es schlimm wird, nichts.

Wenn nach dem 22. Juli Russlands Präsident Wladimir Putin den Gashahn zulässt, wäre das derzeit schlimmstmögliche Szenario für den Industriestandort Deutschland Realität. Millionen Arbeitsplätze hängen an dieser Pipeline. Sie befüllt die Zentren der deutschen Industrie mit überlebenswichtiger Energie. Sie ist eine der Hauptschlagadern der deutschen Wirtschaft.

Jetzt aber ist Krieg. Und Putin scheint sich entschieden zu haben, Gas als strategische Waffe im Kampf gegen die westlichen Unterstützer der Ukraine einzusetzen. Seit Wochen fließt nur noch etwa 40 Prozent der vereinbarten Gas-Menge durch die Pipeline. Angeblich, weil Teile für die Pipeline fehlen, aber wegen der Sanktionen gegen Russland nicht verfügbar seien. Wirtschaftsminister Robert Habeck hat das bereits als Falschinformation zurückgewiesen.

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