Kommentar zum CDU-Parteitag: Friedrich Merz: Die Verwandlung

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Gleichstellung, Quote und handzahme Kritik an der Ampel. Friedrich Merz hat den Richtungsstreit in der Partei endgültig entschieden. Die CDU rückt in die linke Mitte.

Zwei Tage rangen die 1001 Delegierten auf dem Bundesparteitag der CDU in Hannover um Positionen und Profil.

Es war das erste persönliche Delegiertentreffen unter dem Vorsitzenden Friedrich Merz.

Es sollte die Standortbestimmung der neuen Merz-CDU sein.

Das Ergebnis ist eindeutig: Die CDU ist im Mainstream angekommen.

Präziser gesagt: im linken Mainstream.

Denn die zentralen neuen Beschlüsse und Positionen dieser Partei sind Altbekannte aus dem politisch linken Lager.

Auch die CDU spricht sich nun hochoffiziell für Gleichstellung (und nicht mehr NUR für die Gleichberechtigung) aus.

Friedrich Merz, Parteichef der CDU.  © dpa

Dabei geht es nicht nur um Semantik, es geht vor allem auch um eine politische Haltung.

Die Frage lautete: Will die CDU eine Aufstiegspartei sein oder Anwalt der politischen Gleichmacher? Will sie den Aufstieg für möglichst Viele im Land ermöglichen, jenseits von sozialer Herkunft, Religion oder Status, oder gleiche Ergebnisse fördern?

Die Partei hat sich unter der Führung Merz' entschieden, dass sie weniger ungleiche Voraussetzungen bekämpfen will, die Ungleichheit als Ergebnis von freien Entscheidungen aber nicht länger akzeptieren will.

Die CDU hat sich mit diesem Beschluss von der Wettbewerbsgesellschaft entfernt, wie sie Ludwig Erhard und seine Vordenker erdacht hatten.

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