Transaktionen

Unternehmen im Kaufrausch

Während geopolitische Krisen und steigende Zinsen die Märkte belasten, läuft im Hintergrund eine andere Dynamik: Unternehmen kaufen, fusionieren und konsolidieren in Rekordtempo. Der Dealmarkt zeigt, wie sich Macht und Kapital gerade neu ordnen.
Daniel Thomas Bayer
02.04.2026
© imago
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Während Krieg, Inflation und Zinsunsicherheit die Kapitalmärkte verunsichern, vollzieht sich im Hintergrund eine gegenläufige Entwicklung: Die M&A-Maschine läuft auf Hochtouren. Im ersten Quartal wurden weltweit Übernahmen und Fusionen im Volumen von rund 1,25 Billionen US-Dollar vereinbart – eines der stärksten Quartale überhaupt.

Die Zahlen sind eindeutig:

  • 22 Megadeals über jeweils mehr als zehn Milliarden US-Dollar wurden in nur drei Monaten vereinbart – ein Rekord.

  • Die USA kommen auf rund 630 Milliarden US-Dollar, Europa auf 307 Milliarden US-Dollar – ein Plus von 82 Prozent.

Eine Infografik mit dem Titel: M&A-Markt wieder auf: Dealvolumen auf starkem Niveau

Entwicklung des globalen Transaktionsvolumens nach Quartalen seit 2024, in Billionen US-Dollar

Beispiele: Der Verkauf der Foodsparte von Unilever an McCormick mit einem kombinierten Unternehmenswert von rund 66 Milliarden US-Dollar sowie mehrere milliardenschwere Biotech-Übernahmen von Eli Lilly und Biogen.

Doch unter der Oberfläche zeigt sich eine Verschiebung. Große strategische Transaktionen treiben den Markt, während klassische Private-Equity-Deals um zwölf Prozent zurückgehen und auf einem Sechsjahrestief liegen.

Der Grund liegt im System selbst:

  • Private-Equity-Häuser sitzen auf rund 2,1 Billionen US-Dollar „Dry Powder“ – also Kapital, das investiert werden muss, aktuell aber – mangels attraktiver Bewertungen, hoher Zinsen und schwieriger Preisfindung – nur zögerlich eingesetzt wird.

  • Gleichzeitig stehen mehr als 6,4 Billionen US-Dollar an bestehenden Beteiligungen in den Büchern, die verkauft werden sollen.

Diese Kombination ist explosiv: Viel Kapital, aber blockierte Ausgänge. Während Finanzinvestoren zögern, nutzen strategische Käufer die Lage und greifen zu – oft opportunistisch, getrieben von Transformation, Energie und Technologie.

Fazit: Der Markt spaltet sich. Oben dominieren wenige große Deals, unten staut sich Kapital, das keinen Weg findet.

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