Während Krieg, Inflation und Zinsunsicherheit die Kapitalmärkte verunsichern, vollzieht sich im Hintergrund eine gegenläufige Entwicklung: Die M&A-Maschine läuft auf Hochtouren. Im ersten Quartal wurden weltweit Übernahmen und Fusionen im Volumen von rund 1,25 Billionen US-Dollar vereinbart – eines der stärksten Quartale überhaupt.
Die Zahlen sind eindeutig:
22 Megadeals über jeweils mehr als zehn Milliarden US-Dollar wurden in nur drei Monaten vereinbart – ein Rekord.
Die USA kommen auf rund 630 Milliarden US-Dollar, Europa auf 307 Milliarden US-Dollar – ein Plus von 82 Prozent.
Eine Infografik mit dem Titel: M&A-Markt wieder auf: Dealvolumen auf starkem Niveau
Entwicklung des globalen Transaktionsvolumens nach Quartalen seit 2024, in Billionen US-Dollar
Beispiele: Der Verkauf der Foodsparte von Unilever an McCormick mit einem kombinierten Unternehmenswert von rund 66 Milliarden US-Dollar sowie mehrere milliardenschwere Biotech-Übernahmen von Eli Lilly und Biogen.
Doch unter der Oberfläche zeigt sich eine Verschiebung. Große strategische Transaktionen treiben den Markt, während klassische Private-Equity-Deals um zwölf Prozent zurückgehen und auf einem Sechsjahrestief liegen.
Der Grund liegt im System selbst:
Private-Equity-Häuser sitzen auf rund 2,1 Billionen US-Dollar „Dry Powder“ – also Kapital, das investiert werden muss, aktuell aber – mangels attraktiver Bewertungen, hoher Zinsen und schwieriger Preisfindung – nur zögerlich eingesetzt wird.
Gleichzeitig stehen mehr als 6,4 Billionen US-Dollar an bestehenden Beteiligungen in den Büchern, die verkauft werden sollen.
Diese Kombination ist explosiv: Viel Kapital, aber blockierte Ausgänge. Während Finanzinvestoren zögern, nutzen strategische Käufer die Lage und greifen zu – oft opportunistisch, getrieben von Transformation, Energie und Technologie.
Fazit: Der Markt spaltet sich. Oben dominieren wenige große Deals, unten staut sich Kapital, das keinen Weg findet.