Analyse zur Gaskrise : Scholz' riskantes Wohlstands-Versprechen

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Olaf Scholz will die Bürger mit den Gaspreisen nicht alleine lassen. Doch seine 300-Euro-Rechnung dürfte nicht aufgehen. Experten rechnen durch die Preissteigerungen und die neue Zulage mit bis zu 1000 Euro mehr pro Jahr für eine vierköpfige Familie.

Es war ein “Die Sparguthaben sind sicher”-Moment. Oder ein “Wir schaffen das”-Moment”.

Als Bundeskanzler Olaf Scholz seinen Allgäu-Urlaub abbrach, um am Freitag vergangener Woche in Berlin vor die Presse zu treten und dem Volk Entlastungen zu versprechen, fühlten sich die Beobachter in der Hauptstadt an die Auftritte der früheren Kanzlerin in der Finanz- und Flüchtlingskrise erinnert.

Wenn es darauf ankam, trat Angela Merkel - in der Finanzkrise 2008 mit ihrem damaligen SPD-Finanzminister Peer Steinbrück - vor die Medien und beruhigte die Nation mit wohl dosiertem Solidaritäts-Pathos.

So nun auch Kanzler Scholz, der nicht nur den staatlichen Einstieg beim Energieunternehmen Uniper verkündete, sondern auch den Bürgern versicherte, dass er sie mit den horrenden Gaspreisen nicht alleine lassen werde:

“You never walk alone”.

Olaf Scholz bei der kurzfristig einberufenen Pressekonferenz am 22.7. © imago

Maximal 200 bis 300 Euro mehr soll das Plus beim Gaspreis für eine vierköpfige Familie im Jahr ausmachen, versprach Scholz und kündigte eine solidarische Umlage für alle Verbraucher an, um die Gaseinkäufe von Uniper & Co. zu stützen. Außerdem soll es Entlastungen bei den Heizkosten für Wohngeld-Bezieher geben.

Doch mehrere Probleme könnten dem Kanzler bei seinem Wohlstands-Versprechen in die Quere kommen.

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