US-Politik

Trumps Wochenende der Eskalation

Die Ereignisse rund um Donald Trump überschlagen sich. Innerhalb weniger Tage hat der US-Präsident den Truppenabzug aus Deutschland angekündigt, neue EU-Zölle verhängt und einen Negativrekord bei den Beliebtheitswerten kassiert. Ein Überblick über vier Baustellen.
Nico Giese
Heute
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Viel los bei Trump. In den vergangenen Tagen haben sich die Ereignisse rund um den US-Präsidenten überschlagen. Dabei nimmt die Geschwindigkeit, mit der Trump um sich schlägt und weitreichende Entscheidungen trifft, neue Dimensionen an. Hier ein Überblick:

#1 Trump vs. Deutschland

Nun wird es ernst: Nachdem Kanzler Merz sich kritisch bezüglich des US-Angriffs auf den Iran geäußert und Trump in bekannter Rhetorik („Er weiß nicht, worüber er redet.“) geantwortet hat, gab das Pentagon am Freitag bekannt, dass von den derzeit knapp 36.000 stationierten US-Soldaten in Deutschland 5.000 abgezogen werden.

Einen Tag später fügte Trump hinzu:

Wir werden die Zahl drastisch reduzieren. Und wir werden weit über 5.000 herauskürzen.

In den eigenen Reihen zeigt man sich besorgt. Senator Roger Wicker und der Abgeordnete Mike Rogers in einer gemeinsamen Erklärung:

Wir sind sehr besorgt über die Entscheidung, eine US-Brigade aus Deutschland abzuziehen.

Darüber hinaus soll die Vereinbarung aus der Biden-Ära, US-Mittelstreckenraketen in Deutschland mit konventionellen Gefechtsköpfen zu stationieren, ebenfalls kassiert worden sein. Eine Entscheidung, wodurch die konventionelle Abschreckung der Nato verkleinert wird.

Eine Infografik mit dem Titel: US-Soldaten in Deutschland

In Deutschland stationiertes aktives US-Militärpersonal seit 2000.

#2 Trump vs. EU

Auf der Plattform Truth Social kündigte der US-Präsident an, den Zoll auf Auto- und Lastwagenimporte aus der Europäischen Union in die USA auf 25 Prozent zu erhöhen. Der neue Satz soll schon ab dieser Woche gelten. Trumps Begründung:

„Sie haben sich nicht an die Vereinbarung gehalten, die wir getroffen haben.“

#3 Trump vs. Beliebtheitswerte

Laut einer aktuellen Umfrage von Washington Post und anderen sind Trumps Zustimmungswerte auf einem neuen Negativrekord angekommen – auch unter Einbezug der ersten Amtszeit. Knapp 62 Prozent der US-Bürger sind unzufrieden mit seiner Arbeit.

Dazu kommt: Ein Großteil ist der Meinung, die USA entwickelten sich in die falsche Richtung. Beim Thema Lebenshaltungskosten sind 76 Prozent unzufrieden. Fast ebenso viele missbilligen Trumps Umgang mit der Inflation (72 Prozent) und zwei Drittel seinen Umgang mit der US-Wirtschaft – ein Rekordhoch. Darüber hinaus halten mehr als 70 Prozent der Befragten Trump persönlich nicht für ehrlich und vertrauensvoll.

#4 Trumps Kommunikation

Über das lange Wochenende in Deutschland hat sich Trump ausgiebig auf seiner Plattform Truth Social ausgetobt – mit KI-Bildern. Später werden diese Werke der zeitgenössischen politischen Agitation wahrscheinlich als Sonderausstellung im Guggenheim Museum ausgehängt.

Trump-Post, in dem er sich als Teil des Mount Rushmore zeigt, 02.05.2026 © Truth Social/Donald TrumpTrump-Post, 02.05.2026 © Truth Social/Donald TrumpDie US-Regierung im „Reflecting Pool“ in Washington. Zu sehen: Donald Trump, Vizepräsident JD Vance, Außenminister Marco Rubio, Innenminister Doug Burgum und eine Unbekannte © Truth Social/Donald Trump

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