Vorbereitungen getroffen: Wie die Washington Post berichtet, bereitet sich das Pentagon auf wochenlange Bodeneinsätze im Iran vor. Am Freitag ist das Kriegsschiff USS Tripoli in der Golfregion eingetroffen, auf dem 3.500 Marineinfanteristen und Matrosen Platz finden.
Es gehe dabei nicht um eine großangelegte Invasion, zitierte die Zeitung mehrere anonyme US-Beamte. Das Nachrichtenportal Axios hatte zuvor berichtet, dass das Pentagon einen „finalen Schlag“ gegen den Iran vorbereite, der sowohl Bodentruppen als auch eine massive Bombenkampagne umfassen könnte und die Regierung erwäge, weitere 10.000 Bodentruppen in den Nahen Osten zu entsenden.
Eine Infografik mit dem Titel: Bodentruppen im Iran: US-Amerikaner dagegen
Umfrage unter US-Amerikanern zu aktuellen und potenziellen Kriegshandlungen im Iran, Anteil der Befragten in Prozent*
Präsident Donald Trump hat bisher keinen Einsatz von Bodentruppen genehmigt. Ein US-Beamter stellte gegenüber der Washington Post jedoch klar:
Dies ist keine Planung in letzter Minute.
Die Sprecherin des Weißen Hauses Karoline Leavitt erklärte dazu:
Es ist die Aufgabe des Pentagons, Vorbereitungen zu treffen, um dem Oberbefehlshaber maximale Handlungsoptionen zu geben. Das bedeutet nicht, dass der Präsident bereits eine Entscheidung getroffen hat.
Nur ausgewählte Ziele? Diskutiert wird auch über das Szenario, Irans wirtschaftliche Lebensader anzugreifen – etwa durch die Einnahme von Kharg Island, über die rund 90 Prozent der iranischen Ölexporte abgewickelt werden.
Im Interview mit der Financial Times sagte Trump dazu:
Vielleicht nehmen wir die Insel Kharg ein, vielleicht auch nicht. Wir haben viele Optionen.
Trump brachte dieses Szenario in der Nacht also selbst ins Spiel. Laut Financial Times sagte er, am liebsten würde er sich „das Öl im Iran nehmen“. Damit könnte Trump allerdings sein Ziel einer kurzen Mission im Iran verfehlen. Er sagte:
Es würde auch bedeuten, dass wir eine Weile dort bleiben müssen.
Ilan Goldenberg, Ex-Nahost-Berater von Vizepräsidentin Kamala Harris und Leiter des Iran-Teams im Büro des Verteidigungsministers in der Obama-Regierung, schrieb in Foreign Affairs, dass der Iran jedoch auf Angriffe gegen seine Energieinfrastruktur mit Schlägen gegen Energieanlagen in der Golfregion reagieren könnte. Das wiederum würde die globalen Ölpreise weiter in die Höhe treiben – ein Effekt, den Trump gerade vermeiden möchte.