US-Konzerne

US-Tech: Gewinne auf Pump

Die KI-Rally der US-Techkonzerne wirkt operativ stark. Doch Goldman Sachs zeigt nun: Ein wachsender Teil der Gewinne stammt nicht mehr aus Cloud, Werbung oder Software, sondern aus steigenden Bewertungen privater KI-Beteiligungen wie OpenAI oder Anthropic.
Daniel Thomas Bayer
Gestern
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Die aktuelle US-Berichtssaison wirkt auf den ersten Blick stark: Für den S&P 500, also die 500 größten börsennotierten US-Unternehmen, wächst der aggregierte Gewinn je Aktie im ersten Quartal 2026 aktuell um rund 25 Prozent gegenüber dem Vorjahr – das stärkste Wachstum seit 2021. Vor Beginn der Berichtssaison hatten Analysten im Schnitt nur rund zwölf Prozent erwartet.

Investoren schauen deshalb genauer hin, woher dieses Gewinnwachstum eigentlich kommt. Die US-Großbank Goldman Sachs zeigt: Ein erheblicher Teil stammt nicht aus dem operativen Geschäft, sondern aus Bewertungsgewinnen privater KI-Beteiligungen. Rechnet man diese Effekte heraus, fällt das Gewinnwachstum der großen Techkonzerne laut Goldman von 25 Prozent auf rund 16 Prozent.

Besonders auffällig ist die Entwicklung bei Amazon und Alphabet:

  • Die beiden Konzerne verbuchten im Quartal zusammen 53 Milliarden US-Dollar „Other Income“.

  • Davon stammen 49 Milliarden US-Dollar direkt aus Beteiligungen an privaten KI-Unternehmen wie Anthropic oder OpenAI.

  • Diese Sondererträge machten fast 60 Prozent der Gewinne von Amazon und Alphabet im Quartal aus.

Doch dies ist kein Einzelphänomen: Über alle fünf großen KI-Hyperscaler hinweg stammten bereits 34 Prozent der Gewinne aus solchen Beteiligungs- und Bewertungseffekten – der höchste Anteil seit mindestens einem Jahrzehnt. Gleichzeitig steigen die Investitionen weiter massiv: Goldman Sachs erwartet inzwischen KI-Investitionen der großen Hyperscaler von 751 Milliarden US-Dollar im Jahr 2026, ein Plus von 83 Prozent gegenüber 2025.

Der neue Risikopunkt: Big Tech verdient weiter stark, aber ein Teil der Gewinne hängt inzwischen an Bewertungen statt an Kundenzahlungen. Bei den bereits berichtenden S&P-500-Unternehmen wachsen die Investitionen im ersten Quartal um 42 Prozent, Aktienrückkäufe dagegen nur um ein Prozent. Die KI-Story wird damit kapitalintensiver: Cash fließt heute in Rechenzentren und Chips, während ein Teil der Gewinne aus noch nicht realisierten Zukunftswerten privater Beteiligungen stammt.

Eine Infografik mit dem Titel: Die KI-Karussellwirtschaft

Der Geldkreislauf innerhalb der KI-Branche inkl. der Börsenbewertung

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