„Absolute Entschlossenheit“

Venezuela: Die US-Operation Schritt für Schritt

„Der spektakulärste Angriff seit dem Zweiten Weltkrieg“, so beschreibt US-Präsident Donald Trump die Umsetzung der Militäroperation „Operation Absolute Resolve“ in der Nacht von Freitag auf Samstag in der venezolanischen Hauptstadt Caracas. Der Ablauf.
Nico Giese
05.01.2026
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Step 1: Der Anflug auf Caracas

In der Nacht zum Samstag, um 23:46 Uhr venezolanischer Ortszeit, hat Präsident Donald Trump von seinem Wohnsitz in Florida mit den Worten „Good luck and Godspeed“ den Auftrag erteilt, die seit Monaten geplante Militäroperation zur Entführung Maduros zu starten. In Venezuela begann die Operation mit einem Cyberangriff, bei dem in weiten Teilen von Caracas die Stromversorgung unterbrochen wurde – mit dem Ergebnis, dass sich Flugzeuge, Drohnen und Hubschrauber unbemerkt nähern konnten.

Laut dem ranghöchsten General der US-Armee Dan Caine machten sich daraufhin insgesamt rund 150 Luftfahrzeuge – darunter Kampfjets, Helikopter und Drohnen – von 20 Stützpunkten an Land und auf See auf den Weg nach Venezuela.

Das erste Ziel: freies Geleit für die mit Spezialeinheiten besetzten Helikopter zu sichern. Dan Caine dazu:

„Als sich die Streitkräfte Caracas näherten, begann die gemeinsame Luftwaffe mit der Demontage und Außerbetriebnahme der Luftabwehrsysteme in Venezuela und setzte Waffen ein, um den sicheren Durchgang der Hubschrauber in das Zielgebiet zu gewährleisten.“

Step 2: Der Beschuss

Kurz vor zwei Uhr nachts Ortszeit waren in der Hauptstadt – das geht aus verifizierten Videos hervor – Explosionen zu hören. Berichtet wird von Angriffen auf mindestens sieben wichtige, unter anderem militärische, Infrastruktureinrichtungen.

Step 3: Die Festnahme

Unter Beschuss – der laut Caine mit „überwältigender Feuerkraft“ beantwortet wurde – konnten die Helikopter um 02:01 Uhr Ortszeit US-Spezialkräfte der Delta Force an Maduros Wohnsitz im Militärkomplex Fort Tiuna absetzen. Laut Aussagen von US-Beamten habe die Spezialeinheit drei Minuten gebraucht, um nach der Sprengung der Türen durch das Gebäude zu Maduros Schlafzimmer vorzudringen.

Good to know: In den Monaten vor ihrem Einsatz trainierten die Einsatzkräfte den Zugriff in einem maßstabsgetreuen Modell von Maduros Anwesen.

Laut Trump hätten Maduro und seine Frau nach dem Eindringen der Soldaten versucht, in einen stahlverstärkten Safe Room zu fliehen – jedoch ohne Erfolg. Um 04:29 Uhr Ortszeit wurde der venezolanische Staatschef zusammen mit seiner Frau per Helikopter auf die USS Iwo Jima gebracht, ein US-Kriegsschiff das während der Operation etwa 160 Kilometer vor der Küste Venezuelas stationiert war.

Von dort aus wurden die beiden zum US-Marinestützpunkt Guantánamo Bay gebracht, wo das FBI ein Regierungsflugzeug bereithielt, um Maduro zu einem militärisch kontrollierten Flughafen nördlich von Manhattan zu bringen.

Insiderwissen: Wie Caine mitteilte, hätten US-Geheimdienste Maduro monatelang in Caracas ausspioniert und am Ende gewusst, „wie er sich bewegte, wo er lebte, wohin er reiste, was er aß, was er trug und welche Haustiere er hatte.“ Darüber hinaus konnte sich die CIA auf eine Quelle innerhalb der venezolanischen Regierung verlassen, die – so berichtet es die New York Times unter Verweis auf mit der Operation vertraute Personen – den Aufenthaltsort Maduros sowohl in den Tagen als auch in den Augenblicken vor seiner Gefangennahme durch amerikanische Spezialeinsatzkräfte übermittelt habe. Das bedeutet: Die USA hatten im Palast einen Maulwurf.

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