„Russland hat eine Großoffensive gegen die Ukraine gestartet“ – so begann die Tagesschau am 24. Februar 2022 um 20 Uhr, also heute vor vier Jahren. Außerhalb des Kriegsgeschehens hat sich seitdem viel verändert – vor allem in der politischen Wahrnehmung des Krieges. Das militärische Geschehen entwickelt sich inzwischen seit 1.461 Tagen mit seiner tödlichen Routine unverändert weiter:
#1 Die Gebietsverschiebungen
Es gibt seit Monaten keine substanzielle Bewegung mehr. Der Angriffskrieg hat sich zu einem Stellungskrieg entwickelt.
Was bleibt der Ukraine? Seit Februar 2022 hat Russland etwa 20 Prozent des ukrainischen Staatsgebiets besetzt. Dazu gehören mit rund sieben Prozent die im Jahr 2014 annektierte Halbinsel Krim sowie Teile des Donbas.
#2 Die Opferzahlen
Ukraine: Wie Selenskyj Anfang Februar in einem Interview mit dem französischen Fernsehsender France 2 angab, sind bislang rund 55.000 ukrainische Soldaten getötet worden. Dazu kommen laut Zählungen der UN mindestens noch 15.200 Todesopfer in der Zivilbevölkerung.
Russland: Auf russischer Seite sind die Opferzahlen – begründet in der Kriegsführung – wesentlich höher. Während der Kreml keine offiziellen Opferzahlen bekannt gibt, berichtet das russische Oppositionsmedium Mediazona in Zusammenarbeit mit dem russischen Dienst der BBC von mehr als 177.000 verifizierten toten Soldaten – die meisten im Alter zwischen 36 und 38 Jahren. In einer Liste des Mediums sind alle mit Namen, Alter und Einsatzort einsehbar.
#3 Die Kriegsschäden
Laut einer Studie der Weltbank belaufen sich die direkten Schäden seit Kriegsbeginn auf 195 Milliarden US-Dollar. Allein beim Wohnbestand zeigt sich: 14 Prozent des Gesamtbestands sind entweder zerstört oder stark beschädigt. Aber: Die prognostizierten Wiederaufbaukosten liegen deutlich höher, so der Bericht.
Demnach „belaufen sich die Gesamtkosten für den Wiederaufbau und die Erholung der Ukraine in den nächsten zehn Jahren auf fast 588 Milliarden US-Dollar – fast das Dreifache des prognostizierten nominalen BIP des Landes für 2025“, bilanziert die ukrainische Ministerpräsidentin Julia Swyrydenko.