Handelskrieg

WTO erwartet Wirtschaftseinbruch in den USA

Lea-Katharina Krause
16.04.2025
© Imago
© Imago

Die WTO analysiert: Die größten Auswirkungen haben die Trump-Zölle auf die USA selbst – und auf Kanada.

  • BIP: Berechnungen der Welthandelsorganisation zufolge soll das Bruttoinlandsprodukt Nordamerika (USA und Kanada) in diesem Jahr nur noch um 0,4 statt zwei Prozentpunkte wachsen.

  • Handelsvolumen: Die nordamerikanischen Exporte dürften in diesem Jahr um 12,6 Prozent zurückgehen,

  • die Importe um 9,6 Prozent, heißt es in der WTO-Analyse. Vor den Zollankündigungen wurde noch ein Exportplus von 2,8 Prozent, beim Import wurde ein Zuwachs von 2,8 Prozent erwartet.

Zum Download: WTO-Ausblick und Statistiken zum Welthandel

Starker Rivale China: Die Wirtschaftsbilanz Chinas lag eigenen Angaben zufolge im ersten Quartal – also vor der Hochphase der Zölle – mit 5,4 Prozent höher als ursprünglich erwartet, auch dank hoher Exporte. Die Exporte in die USA gehen im derzeitigen Szenario der WTO-Prognose um 77 Prozent zurück.

Wichtig zu beachten: China ist trotz seines Status als zweitgrößte Wirtschaftsmacht der Welt von der WTO weiterhin als „Entwicklungsland“ eingestuft. Warum das kein Missverständnis, sondern ein institutioneller Webfehler mit geopolitischer Sprengkraft ist:

Europa ist weniger stark von den Trump-Zöllen betroffen:

  • Die WTO-Analyse rechnet für Europa mit einem Exportplus von einem Prozent, statt der vorher erwarteten 1,4 Prozent.

  • Bei den Importen wird mit einem Plus von 1,9 Prozent statt 2,1 Prozent gerechnet.

  • Das BIP soll wachsen – allerdings um 1,2 statt 1,4 Prozent.

Fazit: Als Verlierer der Trumpschen Zoll-Politik stehen laut WTO vor allem die USA da. Europas derzeitige Taktik im Handelskrieg – „Füße stillhalten“ – könnte aufgehen.

Empfehlen Sie uns weiter

Sie können diesen Beitrag mit einem Klick auf die entsprechende Schaltfläche teilen.