Iran-Krieg

Trumps Iran-Ultimatum

Donald Trump verschärft die Drohungen gegen Teheran – und feiert zugleich eine Militäraktion als „historisch“.
Elena Blüm
Heute
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Am Mittwochmorgen um zwei Uhr (deutsche Zeit) endet das von US-Präsident Donald Trump gesetzte Ultimatum – in Summe das Dritte – an den Iran. Sollte es bis dahin nicht zu einem Deal nach seinem Geschmack gekommen sein, wolle er den Iran zurück ins „Steinzeitalter“ bomben.

Angriff von oben: US-Jets haben bereits viele strategisch wichtige Ziele in Iran zerstört © IMAGO / MAXPPP

Fast grotesk klingt, dass parallel zu diesen Aussagen Verhandlungen zwischen den USA, dem Iran und regionalen Vermittlern über einen möglichen Waffenstillstand laufen, mit dem Ziel einer befristeten Feuerpause.

Mit von der Partie: Pakistan. Als Vermittler zwischen den USA und dem Iran hat Pakistan einen zweistufigen Friedensplan vorgelegt:

Schritt Eins: Sofortige 45-tägige Waffenruhe inklusive Öffnung der Straße von Hormus

Schritt Zwei: Langfristiges Abkommen mit folgenden Elementen:

  • Iran verzichtet auf Atomwaffen

  • Lockerung von Sanktionen und Freigabe eingefrorener Vermögen

  • Sicherheitsgarantien für Teheran gegenüber den USA und Israel

Doch bevor es dazu kommen konnte, hat das iranische Regime Staatsmedien zufolge diesen Vorschlag zurückgewiesen.

Am gestrigen Abend dann hatte sich Trump bei einer Pressekonferenz zum militärischen Vorgehen der USA, das am Osterwochenende stattfand, geäußert: „Wir sind hier, um zu feiern“, sagte er eingangs.

Donald Trump bei der Pressekonferenz im Weißen Haus, 06.04.2026 © Imago

Und so kam es auch: Trump lobte die Operation Epic Fury als „historisch“, er pries das US-Militär mit bekannten Superlativen und wiederholte noch dazu die zuvor ausgesprochene Drohung an das iranische Regime:

Der Iran kann in einer Nacht ausgeschaltet werden – und diese Nacht könnte morgen sein.

Auch seine engsten Mitstreiter – CIA‑Direktor John Ratcliffe, Kriegsminister Pete Hegseth und Generalstabschef Dan Caine stimmten in die Lobeshymne auf das US-Militär und den US-Präsidenten ein:

  • Ratcliffe: „Es ist eine Ehre, diesem Präsidenten zu dienen.“

  • Hegseth, der immer wieder Gott für den Erfolg des militärischen Vorgehens dankte und den amerikanischen Soldaten damit eines beweisen wollte: „Wir werden euch immer finden, und wir werden euch immer nach Hause bringen.“

  • Caine setzte die Lobeshymne fort und sagte, es sei „eine unglaublich mutige und tapfere Mission“ gewesen – „keine andere Nation, kein anderes Militär kann das“.

Erst bei der anschließenden Fragerunde mit Trump wurde es konkret. Zwar sagte der US-Präsident, er könne sich nicht konkret über eine mögliche Waffenruhe äußern, doch verschärfte er an dieser Stelle abermals seine Rhetorik:

Wir geben ihnen bis morgen um 20 Uhr und danach werden sie keine Brücken mehr haben, sie werden keine Kraftwerke mehr haben. Steinzeit.

Weiter triumphierte Trump in Richtung seiner Kritiker: „Ich habe den besten Plan von allen“, den er allerdings nicht verraten wolle. In Richtung Nato fügte er hinzu: Sie sei ein „Papiertiger“, sie habe ihm nicht geholfen, auch, wenn er die Hilfe des atlantische Bündnisses ohnehin nicht gebraucht hätte. Ganz im Gegensatz zu Saudi Arabien oder Kuwait.

Irankrieg: Eine Fehlkalkulation und ihre Folgen

Tag 39 der Operation Epic Fury.

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Veröffentlicht von Gabor Steingart.

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