Business Class Edition: Merz: Kanzler der Reserve

Guten Morgen,

die CDU-Chefin und Kanzlerin Angela Merkel hatte gerade bei irgendeiner Landtagswahl herbe Verluste eingefahren, da sagte sie in kleiner Runde den bemerkenswerten Satz:

Halb so wild: Wir Politiker leben ohnehin in einer Relativwelt.

Damit meinte sie, dass es in der Politik weniger auf absolute Siege oder Niederlagen ankomme, solange die Verluste des Herausforderers nur höher ausfallen. In dieser Relativwelt konnte Olaf Scholz bei der letzten Bundestagswahl mit 25,7 Prozent der Wählerstimmen Bundeskanzler werden, denn die Verluste der Union fielen eben deutlich höher aus. Er hatte nicht wirklich gewonnen, aber Armin Laschet hatte wuchtig verloren.

Bundeskanzler Olaf Scholz  © dpa

Nun scheint sich das Blatt erneut zu wenden. In der politischen Relativwelt sind CDU/CSU noch immer nicht stark, aber sie sind jetzt wieder stärker als die SPD. In dieser Relativwelt ist Friedrich Merz noch immer nicht der Liebling der Deutschen. Aber er ist kaum mehr unpopulärer als Scholz. In dieser Relativwelt würde der Regierungsauftrag wieder an die Konservativen gehen, wenn sich diese Umfrageergebnisse bei der nächsten Bundestagswahl materialisieren sollten.

Laut dem ARD-Deutschlandtrend liegt die Union derzeit um zwei Prozentpunkte vor der Sozialdemokratie.

Lädt...