Business Class Edition: USA nehmen Deutschland in die Zange

Guten Morgen,

die deutsche Wirtschaft ist in eine gefährliche Zangenbewegung geraten. Das Verrückte: Beide Arme der Zange werden nicht von Russen oder Chinesen, sondern von Amerikanern bewegt, die offenbar fest entschlossen sind, ihren künftigen Wohlstand zulasten von Chinesen und Europäern zu organisieren.

Trump ging, sein Motto blieb: America First.

Joe Biden © dpa

Weil man diese Überhöhung der eigenen Nation – zumal unter einem demokratischen Präsidenten – so deutlich nicht zelebrieren möchte, werden einerseits amerikanische Sicherheitsinteressen und andererseits die Inflationsbekämpfung als Gründe für die Alleingänge genannt.

Die Zange besteht dabei aus zwei sehr unterschiedlichen Schenkeln:

1. Der amerikanische Inflation Reduction Act (IRA) zielt vordergründig darauf ab, die Inflation in den USA zu senken. In Wahrheit handelt es sich aber um ein gigantisches Subventionsprogramm zugunsten der neuen Technologien. ​​

Joe Biden © imago

Das Gesetzespaket sieht Ausgaben in den nächsten zehn Jahren in Höhe von 369 Milliarden Dollar in Programme für Energiesicherheit und Klimawandel vor und setzt damit die europäische Industrie unter Druck. Gehen oder bleiben? Laut Frankreichs Finanzminister Bruno Le Maire betragen in einigen Fällen die von der US-Regierung angebotenen Subventionen vier- bis zehnmal so viel wie die maximal von der EU-Kommission erlaubte staatliche Unterstützung.

Wir lernen: Es steht Inflationsbekämpfung drauf, aber es steckt Industriepolitik drin. Die USA wollen ihre industrielle Basis wieder stärken.

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