„Der Osten ist nicht die Mutter aller Probleme”
Linda Teuteberg und Jana Hensel über die AfD im Osten und den Vertrauensverlust in die Politik.
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Was ist los im Osten Deutschlands? Wenige Tage vor der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt rückt diese Frage erneut in den Mittelpunkt. Die AfD liegt in den Umfragen bei über 40 Prozent und die Wahl könnte weit über Sachsen-Anhalt hinaus politische Signalwirkung entfalten.
Bei einem Pioneer Live Event an Bord der Pioneer Two diskutiert Pioneer-Politikredakteurin Julia Kanning mit zwei Frauen, die selbst im Osten aufgewachsen sind – und die Ursachen für den Erfolg der AfD sehr unterschiedlich erklären: Jana Hensel, Journalistin, Schriftstellerin und Autorin von „Zonenkinder“, und Linda Teuteberg, stellvertretende Bundesvorsitzende der FDP.
Für Hensel führt eine Spur von den wirtschaftlichen und sozialen Brüchen der Nachwendezeit über Hartz IV und die Abwanderung bis zum heutigen Vertrauensverlust in die Demokratie. Sie fordert, die besonderen ökonomischen und gesellschaftlichen Realitäten Ostdeutschlands endlich stärker politisch anzuerkennen. Teuteberg widerspricht: Wer den Aufstieg der AfD vor allem als ostdeutsches Phänomen erklärt, greift aus ihrer Sicht zu kurz. Sie sieht die Ursachen stärker in gesamtdeutschen und europäischen Entwicklungen und in politischen Debatten, in denen Themen wie Migration, wirtschaftliche Reformen oder staatliche Handlungsfähigkeit zu lange nicht offen genug verhandelt wurden.
Ein kontroverses Gespräch über zwei sehr unterschiedliche Blicke auf Ostdeutschland, die Lehren aus 35 Jahren Wiedervereinigung und die Frage, wie die demokratische Mitte verlorenes Vertrauen zurückgewinnen kann.
Redaktion: Eleanor Cwik und Stefan Rupp
Produktion: Milan Rottinger
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