„Mit dem Tod von Habermas verschwindet der Glaube an vernunftgeleitete Politik.“
Julian Nida-Rümelin über das Werk von Jürgen Habermas.
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Wie entsteht Verständigung in einer demokratischen Öffentlichkeit? Und was bleibt von einem Denker, der das politische Selbstverständnis der Bundesrepublik über Jahrzehnte geprägt hat? In dieser Folge spricht Dr. Nils Heisterhagen mit dem Philosophen Julian Nida-Rümelin über das Werk, das Denken und die bleibende Wirkung von Jürgen Habermas.
Im Mittelpunkt steht Habermas’ wohl wichtigstes Werk, die „Theorie des kommunikativen Handelns“. Julian Nida-Rümelin erklärt, worin der Unterschied zwischen strategischer und kommunikativer Rationalität besteht, warum Habermas auf die Kraft von Argumenten setzte und was mit dem berühmten Begriff des „zwanglosen Zwangs des besseren Arguments“ gemeint ist.
Darüber hinaus geht es um Habermas’ Verhältnis zur kritischen Theorie, seine Kapitalismuskritik, seine Einwände gegen eine bloße Fassadendemokratie und um die Frage, warum rechte und populistische Denkmuster heute wieder an Einfluss gewinnen. Was kann die demokratische Öffentlichkeit von Habermas noch lernen? Und wie lässt sich politische Gestaltungskraft zurückgewinnen, ohne in autoritäre oder identitäre Muster zu verfallen?
Ein Gespräch über Vernunft und Macht, Demokratie und Öffentlichkeit — und über die Frage, wie politischer Streit produktiv bleiben kann.
Redaktion: Eleanor Cwik.
Produktion: Milan Rottinger.