Kolumne "Situation Room": Fatale Frontbegradigung bei den Auslandseinsätzen

Hans-Peter Bartels kritisiert die politische Planlosigkeit hinter dem Einsatz der Bundeswehr in der Sahel-Zone.

Soldaten spüren, wenn ihr Auftrag eher symbolisch gemeint ist. Zu oft folgte bisher die auswärtige deutsche Krisenpolitik der Maxime: Wo immer wir uns nicht wirklich tief engagieren wollen, aber auch nicht nichts tun können, schicken wir eben Soldaten! Denn weil sie Uniform tragen und das Parlament ihre Entsendung ausdrücklich beschliessen muss, sind sie politisch besonders gut sichtbar.

So weit es wirklich nur um Sichtbarkeit und Dabeisein geht (die Balkaneinsätze waren anders, zeitweise auch Afghanistan), gelten in Berlin Ausbildungsmissionen als elegantestes Mittel der Wahl, gern auch als „Hilfe zur Selbsthilfe“ überhöht, danach Beobachtermissionen, Aufklärung und rückwärtiges „Enabling“ mit Lufttransport, Sanität und Feldlagerlogistik. Für „Wirkung“ beim Gegner dürfen gern andere sorgen: Amerikaner, Franzosen, Briten. In Mali, in Syrien, im Irak. Wir halten uns zurück, aber wir sind dabei.

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