Kolumne "Situation Room": Magisches Denken in der Coronakrise

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Deutschland braucht ein Corona-Lagezentrum für die Erhebung, rationale Einordnung und Nutzung aller wirklich relevanten Daten – keinen blinden Überbietungswettbewerb in symbolischer, politischer Härte.

Nicht nur religiöse Menschen sind es gewohnt, Opfer zu bringen, um erwünschte Belohnungen zu erlangen. Profan heißt es: Ohne Fleiß kein Preis, das weiß jeder Student. In der Kirche oder auf dem Fensterbrett zünden wir Kerzen an, wir fasten und spenden, weil das gut ist fürs furchtlose Seelenheil und für unser moralisches Wohlbefinden. Das kennen wir.

In dem großen Sozialexperiment, das die weltweite Coronakrise heute zweifellos auch darstellt, spielt nun das Darbringen von Opfern eine bemerkenswerte, in unserer modernen Zeit überraschende Rolle.

Die Bereitschaft, auf wertvolle Güter zeitweise zu verzichten, wenn dadurch vielleicht die unheimliche Seuchengefahr gebannt werden kann, war anfangs erstaunlich groß. Der behördliche Begriff „Corona-Maßnahmen“ bezeichnete in diesen ersten Monaten fast ausschließlich Opfervorschriften und Verbote.

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