Kolumne "Situation Room": Neues US-Raketenkommando in Deutschland

Die USA haben in Deutschland unbemerkt von der politischen Öffentlichkeit ein nuklearwaffenfähiges Raketenkommando in Mainz-Kastel aufgestellt. Es ist ein Symbol der amerikanischen Mitverantwortung für die Sicherheit Europas, meint unser Kolumnist Hans-Peter Bartels.

Völlig unbemerkt von der politischen Öffentlichkeit, aber durchaus nicht im Geheimen haben die USA in Deutschland ein nuklearwaffenfähiges Raketenkommando in Mainz-Kastel aufgestellt. Mit einer Zeremonie in der Lucius-D.-Clay-Kaserne in Wiesbaden reaktivierte das Hauptquartier der U.S. Army Europe and Africa am 8. November 2021 das 56th Field Artillery Command, das schon von 1986 bis 1991 für die Pershing-II-Raketenabschreckung gegenüber der Sowjetunion zuständig war.

120 amerikanische Pershing-II-Flugkörper waren nach dem Nato-Doppelbeschluss in Westdeutschland stationiert. Gemäss dem INF-Vertrag von Rejkjavik (Intermediate Range Nuclear Forces Treaty, 8. Dezember 1987) zwischen den USA und der Sowjetunion wurden die auf Westeuropa gerichteten sowjetischen SS-20-Mittelstreckenraketen sowie die amerikanischen Cruise Missiles und Pershing II der Nato-Nachrüstung wieder abgerüstet, das heißt: bis 1991 vollständig zerstört, das Kommando aufgelöst.

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