Kolumne "Situation Room": Stille Nacht zwischen Hoffen und Bangen

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Ein militärischer Angriff Russlands auf die Ukraine scheint immer wahrscheinlicher zu werden. Möglicherweise schon bald, zwischen unseren Weihnachtstagen und dem russisch-orthodoxen Weihnachtsfest. Die Lage ist ernst, schreibt unser Kolumnist Hans-Peter Bartels.

Krieg oder nicht Krieg um die Ukraine? So lautet jetzt über die Feiertage die entscheidende Frage der Weltpolitik.

Würde Wladimir Putins Armee tatsächlich gegen die ukrainischen Verteidiger losschlagen, träte die Corona-Pandemie zwangsläufig in den Hintergrund. Ein großer Krieg an der Ostflanke der Nato wäre ein noch epochaleres Ereignis.

Weil das ihre Aufgabe und ihr Daseinszweck ist, stellt sich die Nordatlantische Allianz gegenwärtig auf den schlimmsten Fall ein: Die in mehreren Bereitstellungsräumen zusammengezogenen russischen Großverbände überschreiten die ukrainischen Grenzen. Manche militärische Lagebeurteilung stuft dies zurzeit als überwiegend wahrscheinlich ein.

In diesem Fall hielte man es bei der Nato auch für „most likely“, dass sich die Angriffsoperationen nicht auf die Seperatistengebiete in der Ostukraine beschränken, sondern dem ganzen Land gelten, Stoß auf die Hauptstadt Kiew eingeschlossen.

Das geeignetste Zeitfenster dafür scheinen die Wochen zwischen unseren Weihnachtstagen und dem russisch-orthodoxen Weihnachtsfest am 7. Januar zu sein.

Länger als bis zum russischen Neujahr am 14. Januar dürfte in diesem Winter die Mobilisierung der großen Truppenkörper, insbesondere außerhalb ihrer Kasernen, kaum durchzuhalten sein.

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