Gastbeitrag von Bernd Giezek und Andreas Wähnert: Wir müssen berufliche Digitalkompetenz fördern!

 © imago

In den meisten Berufsfeldern wird die Nutzung von digitaler und künstlicher Intelligenz kontinuierlich erweitert. Zurecht – denn die Prozessautomatisierung ermöglicht schnelleres und adäquateres Arbeiten. Doch die Ausbildung von Fachkräften wird den neuen Anforderungen nicht gerecht.

Schlüsselqualifikationen und das „rasche Veralten von Bildungsinhalten“ werden in der Pädagogik schon lange thematisiert. In der heutigen Arbeitswelt mit freiem Zugang zu ständig aktualisiertem Wissen sowie leistungsfähigen Datenanalysewerkzeugen zählt die zielführende Beschaffung und Verarbeitung von Informationen zweifelsfrei dazu. Dass dennoch immer wieder von Digitalisierungsschwierigkeiten in der Wirtschaft berichtet wird und gar eine Kommission „Berufliche Bildung in der digitalen Arbeitswelt“ eingerichtet wurde (Enquete-Kommission), offenbart die ungeklärten Probleme der Arbeitgeber*innen mit dem Thema.

Als nachvollziehbares Beispiel für den fundamentalen beruflichen Wandel durch die Digitalisierung und Vernetzung sollen die Betriebsprüfer und Betriebsprüferinnen der Finanzverwaltung dienen. Nach § 2 Betriebsprüfungsordnung besteht der „Zweck der Außenprüfung [in der] Ermittlung und Beurteilung der steuerlich bedeutsamen Sachverhalte, um die Gleichmäßigkeit der Besteuerung sicherzustellen“. Bei der Auswahl der Intensivprüfungsfälle aus Millionen von Steuerpflichtigen kommen zunehmend automatisierte Risikomanagementsysteme zur Anwendung (§ 88 Abs. 5 Abgabenordnung n.F.).

Eine Infografik mit dem Titel: Nachholbedarf bei Digitalstrategie

Antworten auf die Frage, wie sie ihr Unternehmen in Bezug auf die Digitalisierung einschätzen, in Prozent

Eine wirksame und gleichmäßige Rekonstruktion der unzähligen Sachverhalte eines Prüffalls aus den Besteuerungszahlen verlangt laut Bundesrechnungshof den „einheitlichen Einsatz IT-gestützter quantitativer Prüfungsmethoden in der steuerlichen Betriebsprüfung“. Auf der anderen Seite sollten die beurteilenden Schritte der Betriebsprüfung für das geprüfte Unternehmen und die Berater und Beraterinnen nachvollziehbar sein. Besonders die Rechtsanwendung lässt sich zudem durch Textanalytik erheblich verbessern, was aus der Vertragsprüfung bekannt ist. Diese Umstellungen der Arbeitswelt erfordern fundierte methodische Aus- und Weiterbildungen.

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