Apple hat Nvidia als wertvollstes börsennotiertes Unternehmen der Welt abgelöst. Der iPhone-Konzern kommt inzwischen auf einen Börsenwert von 4,94 Billionen US-Dollar. Nvidia liegt nach einem Kursrückgang von knapp fünf Prozent bei 4,74 Billionen US-Dollar. Seit Jahresbeginn hat die Apple-Aktie rund 24 Prozent gewonnen, Nvidia lediglich etwa vier Prozent.
Eine Infografik mit dem Titel: Apple ist zurück an der Spitze der wertvollsten Unternehmen
Entwicklung der Apple- und Nvidia-Aktie seit Januar 2026, indexiert in Prozent
Das spricht für einen Paradigmenwechsel: Lange belohnte der Kapitalmarkt vor allem jene Unternehmen, die am stärksten vom Aufbau der KI-Infrastruktur profitierten. Nun verschiebt sich die entscheidende Frage. Weg von der Größe der Investitionen und hin zu ihrer Rendite.
Jony Ive, ehemals Apple-Chefdesigner, mit Apple-Chef Tim Cook bei der Vorstellung des iPhone XR, 2018 © ImagoJahrelang lautete der Vorwurf, Apple habe den KI-Boom verschlafen. Toni Meadows, Investmentchef bei BRI Wealth Management, kommentiert:
Apple galt im KI-Wettlauf als Nachzügler. Doch die Stimmung hat sich gedreht.
Tatsächlich investiert Apple keineswegs zu wenig:
In der ersten Hälfte des laufenden Geschäftsjahres stiegen die Ausgaben für Forschung und Entwicklung um 33 Prozent auf 22,3 Milliarden US-Dollar.
Gleichzeitig sanken die Investitionen in Sachanlagen von sechs auf 4,3 Milliarden US-Dollar, während der operative Cashflow um 53 Prozent auf 82,6 Milliarden US-Dollar stieg.
Der eigentliche Vorteil liegt bereits in den Händen der Kunden. Mehr als 2,5 Milliarden aktive Apple-Geräte bilden eine globale Vertriebsplattform, die nicht erst errichtet werden muss. In den ersten sechs Monaten des Geschäftsjahres erzielte Apple mit Services 61 Milliarden US-Dollar Umsatz, 15 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. Die Bruttomarge dieses Geschäfts lag bei 76,6 Prozent.
Jede neue KI-Funktion kann über iPhone, Mac, App Store und Cloud-Dienste unmittelbar in ein bestehendes, hochprofitables System eingespeist werden.
Das macht Apple nicht zum Gegner der künstlichen Intelligenz. Der Konzern setzt lediglich auf eine andere Position in der Wertschöpfungskette: Modelle und Rechenleistung können eingekauft oder über Partner eingebunden werden. Die Kontrolle über Betriebssystem, Hardware, Kundendaten und Bezahlbeziehung bleibt bei Apple. Der Konzern muss deshalb nicht jedes Fundament der KI-Ökonomie selbst besitzen, um an ihrer Verbreitung zu verdienen.