3,025 Millionen Menschen ohne Job: Seit Februar 2015 ist die Zahl der Arbeitslosen erstmal über die drei Millionen-Marke gestiegen. Die Bundesagentur für Arbeit meldete für den Monat August einen Anstieg von 46.000 im Vergleich zum Vormonat.
Damit stieg die Arbeitslosenquote im August leicht an und liegt nun bei 6,4 Prozent – also 0,1 Prozentpunkte mehr als im Juli.
Im Vergleich zum August des Vorjahres beträgt der Anstieg 0,3 Prozentpunkte.
Andrea Nahles, Chefin der Arbeitsagentur, vermeldete:
Im August ist das eingetreten, was wir auch erwartet haben: Aufgrund der Sommerpause ist die Arbeitslosigkeit auf über drei Millionen gestiegen. Der Arbeitsmarkt ist nach wie vor von der wirtschaftlichen Flaute der vergangenen Jahre geprägt.
Es gebe allerdings auch erste Anzeichen einer Stabilisierung, so Nahles. Und im September werde die Arbeitslosigkeit zurückgehen, zeigt sie sich überzeugt.
Ein Grund: Die Arbeitslosigkeit steigt im Sommer üblicherweise. Das liegt etwa daran, dass Unternehmen vor den Ferien meist weniger einstellen und Ausbildungsverhältnisse zu Ende gehen. Ohne den Einfluss saisonaler Faktoren sei die Zahl der Arbeitslosen im August gegenüber Juli um 9.000 gesunken. Experten hatten mit einem Anstieg um 10.000 gerechnet.
Langfristiger Blick: Die Marke von drei Millionen wurde im August der vergangenen Jahrzehnte nur selten überschritten – besonders deutlich während der Finanzkrise zwischen 2008 und 2011. Im August 2008 lag die Zahl der Arbeitslosen mit 3,2 Millionen deutlich höher als heute und nahm in der Dekade darauf stetig ab. Auch durch Konjunkturpakete und politischer Förderung von Arbeitslosen, wie Weiterbildungen und Förderung von Zeitarbeit.
Eine Infografik mit dem Titel: Arbeitslosenzahlen im August
Von 2008 bis 10025
„Herbst der Reformen“ auch im Arbeitsmarkt: Die steigende Zahl der Arbeitslosen verdeutlicht aus Sicht von Bundeskanzler Friedrich Merz die Notwendigkeit von Reformen. Nach dem Treffen der deutsch-französischen Minister in Toulon sagte er:
Es ist ein Beweis dafür, dass wir dringend Reformen des Arbeitsmarktes, Reformen der Wirtschaftspolitik, Reformen bei den Genehmigungsverfahren und vielem anderen in Deutschland brauchen.
Darauf werde sich die Bundesregierung nun konzentrieren, so der Kanzler.
Das sollte sie auch, heißt es von Kritikern. Viele Reformen dulden aus Sicht von Rainer Dulger, Präsident der Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände, keinen Aufschub mehr. Es brauche einen „effizienten und finanzierbaren Sozialstaat, der treffsicher und unbürokratisch unterstützt“. Weiter:
Die Regierung darf sich nicht in den zahlreichen Kommissionen wegducken und die jetzt notwendigen Entscheidungen weiter vertagen, verschleppen und verwässern.